USt-Fachzeitschriften

BFH-Beschluss (EuGH-Vorlage) vom 7.2.2018, XI R 7/16

Der Umsatz mit Gebrauchtgegenständen, Kunstgegenständen, Sammlerstücken und Antiquitäten kann gemäß § 25a UStG im Wege der Differenzbesteuerung versteuert werden. Fraglich ist, ob bei gleichzeitiger Anwendung der Kleinunternehmerregelung der maßgebliche Umsatz auf Basis der Handelsspanne oder der vereinnahmten Entgelte zu ermitteln ist.

12.06.2018

Newsletter 24/2018 | Die Leistungszeit ist in der Praxis eine der am häufigsten fehlenden Pflichtangaben auf Rechnungen. Nach neuester Rechtsprechung des BFH (Urt. v. 01.03.2018, V R 18/17) kann sich die Leistungszeit jedoch auch aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben. Als Voraussetzung hierfür muss nach den Verhältnissen des jeweiligen Einzelfalls davon auszugehen sein, dass die Leistung im Monat der Rechnungsstellung bewirkt wurde.

12.06.2018

NWB Verlag, Fachinformationen vom 08.06.2018 | Heute wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem multitaskingfähigen amazonischen Datenkraken zu. Dieses Tierchen ist weltweit aktiv. Es hat die für uns verblüffende Eigenschaft, trotz eines unvorstellbaren Umsatzvolumens, nur geringe Steuern zahlen zu müssen. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Tierchen durchaus in der Lage sein soll, Steuererklärungen für andere, wesentlich kleinere Tierchen anzufertigen. Genauer: Der amazonische Datenkrake lockt mit der Leistung, die Umsatzsteuererklärung für in Deutschland und für in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union ansässige, leichtsinnige Unternehmer zu erstellen, die quasi unter dem Schutz der Datenkrake verkaufen möchten.

12.06.2018

NWB Verlag, Fachinformationen vom 07.05.2018 | Durch unrichtige Angaben ihrer Mandanten gegenüber der Finanzverwaltung sehen sich auch Steuerberater immer häufiger steuerstrafrechtlichen Vorwürfen ausgesetzt. Dabei wiegen sich viele Berater in der (falschen) Sicherheit, dass ihr Handeln im Mandatsverhältnis im Großen und Ganzen als berufstypisch und daher strafrechtlich unproblematisch zu werten sei.

12.06.2018

Newsletter 22/2018 | Das BMF streicht mit Schreiben vom 23.04.2018 den sog. Pommes-Erlass. Bisher konnte ein im übrigen Gemeinschaftsgebiet ansässiger Lieferant unter bestimmten Voraussetzungen gegenüber seinen deutschen Kunden mit deutscher Umsatzsteuer abrechnen, auch wenn der Abnehmer der Ware bereits zum Zeitpunkt der Versendung im Abgangsland feststand. Als Grund nennt das BMF die Vermeidung des Risikos von Steuerausfällen. Die Änderung ist auf alle offenen Fälle anwendbar. Den deutschen Abnehmern räumt das BMF für den Vorsteuerabzug eine Übergangsfrist bis 31.12.2018 ein.

08.06.2018

Newsletter 20/2018 | Der 9. Senat des BFH hat „schwerwiegende Zweifel“ an der Verfassungsmäßigkeit des Zinssatzes für Nachzahlungszinsen geäußert. Dieser beträgt 0,5% pro Monat (also 6% pro Jahr). Der Zinssatz soll „realitätsfern“ sein. Damit verstoße er gegen den Gleichheitsgrundsatz in Art. 3 Abs. 1 GG. Weiterhin soll er das Übermaßverbot in Art. 20 Abs. 3 GG verletzen. Spätestens nach dieser Entscheidung sollten Steuerpflichtige gegen jede Festsetzung von Nachzahlungszinsen Einspruch erheben und Aussetzung der Vollziehung der Zinszahlung beantragen.

24.05.2018

FG München, Urteil vom 7.3.2018, 13 K 1029/16 (Revision zugelassen)

Gemäß § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG gelten regelmäßig wiederkehrende Einnahmen, welche kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahres, zu dem sie wirtschaftlich gehören, zugeflossen sind, als in diesem Kalenderjahr bezogen. Der BFH hat in seiner Rechtsprechung dabei einen Zeitraum von 10 Tagen als „kurze Zeit“ definiert. Doch kann aus Sicht des Finanzgerichts (FG) München auch ein längerer Zeitraum gerechtfertigt sein.

24.05.2018

BMF-Schreiben vom 9.5.2018, III C 2 – S 7279-a/0 :002; DOK 2018/0347929

Die Haftung des Abtretungsempfängers (Factors) ist nach § 13c UStG nicht ausgeschlossen, wenn er dem Unternehmer, der ihm die Umsatzsteuer enthaltende Forderung abgetreten hat, im Rahmen des sog. echten Factorings liquide Mittel zur Verfügung gestellt hat, aus denen dieser seine Umsatzsteuerschuld hätte begleichen können.

16.05.2018

Newsletter 19/2018 | Unternehmen, die Reiseleistungen beziehen, haben ein Wahlrecht, den (unionsrechtswidrigen) § 25 UStG anzuwenden oder sich auf die Art. 306 ff. MwStSystRL zu berufen. Dies bestätigt der BFH in seinem am 02.05.2018 veröffentlichten Urteil vom 13.12.2017 (XI R 4/16). Damit können die Unternehmen die steuerlich optimale Gestaltung wählen, für sich selbst wie auch für ihre Kunden, die letztlich die Umsatzsteuerbelastung zu tragen haben. Damit können die Unternehmen ein Maximum an Flexibilität nutzen und haben theoretisch die Möglichkeit, durch bewusste Gestaltung steuerlich unbelastete („weiße“) Umsätze zu generieren. Dies gilt jedenfalls so lange, bis der Gesetzgeber reagiert und § 25 UStG anpasst.

09.05.2018